Seit April 2011 beschäftige ich mich nun intensiv mit dem Aufbau meines eigenen Unternehmens. Nach Ausflügen in die Welt des Bloggens und des Facebook-Marketings, erwischte mich die Erkenntnis von fehlendem Sinn nicht gerade kalt, aber eben doch. Immer auf der Suche nach einer Tätigkeit, die sowohl mich erfüllen, als auch Anderen etwas geben kann, habe ich durchaus zahlreiche Kopfexperimente gemacht. Welche Optionen sich da auftaten, will ich gar nicht verraten, nur so viel: Postbote war noch das Beste, da man sich da blöde Kollegen vom Hals hält.
Im November letztes Jahr war ich auf einer Beerdigung. Mal wieder gefiel mir diese überhaupt nicht, wenn man das so erwarten kann, dass eine Bestattung irgendwie gut ist. Kann man das? Ja, ich denke schon. Diese war es eben nicht, es fehlte der persönliche Aspekt, es fehlte etwas von dem Betrauerten. Diese Lücke hat sich in meinem Bauch festgesetzt und daraus ist ein Konzept geworden. Und aus dem Konzept ist nun conVela geworden – conVela-Erinnerungskultur. Ich beschäftige mich dort den ganzen Tag mit Bestattungsritualen und Trauerkultur, knüpfe zarte Bande mit Bestattern und Trauerrednern und diskutiere mit meiner Geschäftspartnerin über neue Möglichkeiten. Sehr schön das alles.
Was plagt mich nun? Ich denke, mir fehlt neben der Firmen- und Familienführung die Zeit, mich mit anderen Themen zu beschäftigen. Dabei regen mich immer noch soviel Politsachen auf, dabei ärgere ich mich auch immer noch über diverse Machenschaften von Firmen und Industrien. Ja, auch im Bestatterbereich gäbe es sich was zu monieren. Das Zeitproblem zerlegt sich gerade selbst, denn mir wird klar, ich habe die Zeit, vergeude sie aber mit DudelTV. Anschalten zum Abschalten – was für ein Käse.
Eine andere Ausrede für die Blogabstinenz: Ich muss doch jetzt aufpassen, was ich sage. Wenn meine Kunden hier etwas lesen, das ihnen nicht passt, wie gehe ich dann damit um? Eigentlich auch Quatsch. Ach, ich denke, ich habe zu sehr das 3Sat-Thema verfolgt, vor allem den Film Hilfe, ich bin nackt!, so dass ich fürchte, dass alles gegen mich verwendet werden kann. Gleichzeitig war aber die Quintessenz der Reportage: Man kann es eh nicht verhindern, das Ausgespähtwerden. Also weg mit den Blockaden, ran an den Speck und endlich wieder Meinung geäußert.
Themenvorschläge? Keine? Na dann such´ ich mir was raus.